{"id":91,"date":"2015-01-04T15:28:51","date_gmt":"2015-01-04T13:28:51","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinsameltern.blogsport.de\/2015\/01\/04\/bloede-trennerei\/"},"modified":"2015-01-04T15:28:51","modified_gmt":"2015-01-04T13:28:51","slug":"bloede-trennerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=91","title":{"rendered":"Bl\u00f6de Trennerei."},"content":{"rendered":"<p>Im Dezember habe ich mehr als einmal gedacht: \u201aWie w\u00fcrden wir das machen, wenn wir NICHT zu viert w\u00e4ren?\u2019 Da ist Yuriko eine ganze Weile ausgefallen, war f\u00fcr uns alle gar nicht lustig. Aber Kiko hat so wenig darunter gelitten wie nur m\u00f6glich. Erst konnte Yuriko ein paar Tage lang keine Kiko-Schichten und \u2013N\u00e4chte machen, dann musste sie in eine Klinik. Zu dritt ist es nicht viel mehr Kinderbetreuungsarbeit als zu viert; jeden dritten Tag kommt eine Schicht dazu und ich bin ein bisschen fr\u00fcher wieder mit der Nacht dran. Wunder der Mathematik, ein Drittel ist kaum mehr als ein Viertel; ich glaube, mein Staunen dar\u00fcber habe ich bereits ein andermal zum Ausdruck gebracht. Wir haben inzwischen auch etwa drei potenzielle Babysitter*innen am Start, mit denen Kiko gern zusammen ist bzw. von denen sie hellauf begeistert ist \u2013 das ist dann auch cool an unserem Gemeinschaftsdorf hier, dass das leicht zu organisieren ist.<br \/>\nWas an der Gemely-Konstruktion doof ist, ist die st\u00e4ndige Trennerei vom Kind. Mich l\u00e4sst Kiko nicht so gerne gehen. Wenn ich ihr erkl\u00e4re, was ich gleich ohne sie machen werde, sagt sie gerne \u201eich komm mit\u201c. Manchmal geht das (Gang in die Speisekammer oder aufs Klo, oder meiner kranken Mutter Essen machen), manchmal nicht (arbeiten, mal eben ganz fix mit dem Rad losfahren und ein Brot aus dem Brotlagerschrank holen). Gl\u00fccklicherweise findet sie meinen Mittagschlaf meistens nicht so spannend und l\u00e4sst mich ohne Widerworte ziehen. Einmal habe ich sie auch dazu mitgenommen, da lag sie dann 15 Sekunden ruhig neben mir, bis sie sich aufgesetzt hat und anfing, mir Schlaflieder vorzusingen \u2013 und schlie\u00dflich meinen Kopf hochdr\u00fcckte, damit ich wieder aufstehe.<br \/>\nJedenfalls ist es total bl\u00f6d, wegzugehen, wenn Kiko das nicht will und weint. A-lex sagt ganz richtig, dass sie damit gleich wieder aufh\u00f6rt, sobald ich weg bin. Das glaube ich auch. Manchmal sehe ich Kiko mit ihm oder Emma aus der Ferne und sie ist zufrieden und entspannt. Aber f\u00fcr mich ist das doof, die Trennerei. Ich f\u00fchl mich bl\u00f6d damit. Deshalb lasse ich sie auch ganz gern nochmal mitkommen, wenn ich zum Beispiel kurz irgendwo hinmuss und sie mitwill, auch wenn es gar nicht mehr in \u201emeiner\u201c Kinderzeit liegt. Nat\u00fcrlich mache ich das nicht, wenn A-lex, Emma oder Yuriko gerade mit ihr besch\u00e4ftigt sind. Aber abends zwischen halb sieben und acht ist ja zum Beispiel sowas wie Kinderbetreuungs-Niemandsland. Da nehme ich sie dann vielleicht mal mit, um meinen Bauwagen anzuheizen, obwohl zum Beispiel Emma die Nacht macht und ich ihrem Gesicht anzusehen glaube, dass sie findet, dass das jetzt doch gar nicht n\u00f6tig w\u00e4re, so sehr auf das Kind einzugehen \u2013 Kiko k\u00f6nnte ja auch mal lernen, dass es ganz normal ist, dass Erwachsene rausgehen und ein paar Minuten sp\u00e4ter wiederkommen. Aber mir setzt es halt zu, mich von der Kleinen zu trennen, wenn sie das lieber nicht will.<br \/>\nVor allem sind nat\u00fcrlich die Situationen schwierig, in der meine Schicht zu Ende geht und eine andere anf\u00e4ngt. Da gilt es, der nachfolgenden Person eine M\u00f6glichkeit zu geben, gleich mit Kiko einzusteigen, damit ich dann gut gehen kann, ohne Tr\u00e4nen. Da Yuriko nach wie vor Kikos Obermami ist, ist es mit ihr am wenigsten ein Thema. Mein Impuls w\u00e4re eigentlich, einfach wegzugehen, sobald Kiko anderweitig besch\u00e4ftigt ist &#8211; davonschleichen. Ich hab mich aber von den anderen \u00fcberzeugen lassen, dass es besser ist, Kiko klipp und klar zu sagen, dass ich jetzt gehe. Auch wenn sie das manchmal meisterhaft ignoriert und mich keines Blickes w\u00fcrdigt, wenn ich da stehe und verk\u00fcnde, dass ich jetzt gehe. Yuriko verabschiedet sich immer sehr gr\u00fcndlich von Kiko, setzt sich hin und erkl\u00e4rt es ihr\u2026 Dabei habe ich auch ein komisches Gef\u00fchl. Dadurch muss sie sich das ja richtig reinziehen, das was Doofes passiert (=dass Yuriko geht). Aber keine*r von uns wei\u00df letztenendes, wie es Kiko womit wie gut geht.<br \/>\nOft klappt es reibungslos, dass Kiko nach dem Aufwachen mit mir sich zum Beispiel neben Emma auf die K\u00fcchenarbeitsplatte setzen l\u00e4sst und mit ihr den Morgensmoothie zubereitet, P\u00fclverchen hiervon, L\u00f6ffelchen davon. Und ich dann Tsch\u00fcss sage und in mein B\u00fcro gehe.<br \/>\nOder dass sie nachmittags schon angefangen hat, mit A-lex Bauklotz-T\u00fcrme zu bauen, w\u00e4hrend ich mir noch einen Kaffee gekocht habe. Und dann kaum reagiert, wenn ich gehe. Das sind jedenfalls die guten Abschiedsmomente. Ich \u00fcberlege schon, wie ich doofe Momente vermeiden kann. Nicht nur wegen Kiko, wie gesagt. Sondern wegen mir. Doofe Trennerei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember habe ich mehr als einmal gedacht: \u201aWie w\u00fcrden wir das machen, wenn wir NICHT zu viert w\u00e4ren?\u2019 Da ist Yuriko eine ganze Weile ausgefallen, war f\u00fcr uns alle gar nicht lustig. Aber Kiko hat so wenig darunter gelitten wie nur m\u00f6glich. 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