{"id":176,"date":"2020-03-07T09:42:32","date_gmt":"2020-03-07T09:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=176"},"modified":"2020-03-07T09:42:32","modified_gmt":"2020-03-07T09:42:32","slug":"co-elternschaft-und-ueberforderung-wie-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=176","title":{"rendered":"Co-Elternschaft und \u00dcberforderung &#8230; wie das?"},"content":{"rendered":"\n<p>Schwierig einen\nBlogeintrag zu schreiben, der nicht reagiert auf Heikos Eintrag. Aber\nich hab es schon lange vor und finde es auch gut, Euch teilhaben zu\nlassen an meinen Schwierigkeiten mit der Co-Elternschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich habe ich kein Thema mit meiner Co-Elternschaft. Ich bin (so ich nicht so doll krank bin wie in den letzten 3 Monaten) gerne mit den Kindern zusammen und \u00fcbernehme gerne Verantwortung in der Familie und im Haushalt. Seit drei Tagen geht es mir besser und ich kann das gerade wieder neu tun. Das Zusammensein mit den Kindern ist meistens entspannt f\u00fcr mich (bis auf die \u00fcblichen Engstellen, wie Anziehen, ausziehen, streiten, Z\u00e4hneputzen nat\u00fcrlich). Ich hab die drei richtig lieb und erfreue mich an ihrem Wachstum.  <\/p>\n\n\n\n<p>Ich gerate aber immer wieder an meine Grenzen, wenn es um das Familienleben zu siebt geht. Schon lange f\u00e4llt mir auf, dass ich viel entspannter bin, wenn ein Familienmitglied verreist ist oder gar wir Erwachsenen \u201enur\u201c zu zweit sind. Die gemeinsamen Familienurlaube waren f\u00fcr mich bisher eher wenig erfreulich, bei den beiden zweiw\u00f6chigen Urlauben im Allg\u00e4u lag ich jeweils eine Woche im Bett. Weil ich das anders wollte hatten wir im letzten Urlaub nur ein gemeinsames Wochenende in den 2 Wochen, davor und danach waren die beiden Paare allein mit den Kindern. F\u00fcr mich war das super. Nicht aber f\u00fcr Heiko und Yuriko. Dieses Jahr soll es wieder eine gemeinsame Woche mit allen geben und ich freue mich nicht darauf. Genauso geht es mir mit Familientagen. Und ich kann gut verstehen, dass anderen in der Familie das wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Da mich meine Gesundheit dr\u00e4ngelt (ich bin seit Ende 2018 mit l\u00e4ngeren Krankheitsphasen gesegnet, ein R\u00fcckfall nach dem anderen), frage ich mich nun also, warum das so ist. Ich bin ein Mensch mit stets auf Empfang gestellten Antennen, wie auf \u201eHab acht\u201c.  Ganz einfach gesagt, bin ich \u00fcberfordert, wenn zu viele Menschen im Familiensystem im Raum sind. Dann schneide ich mit, wie A auf B reagiert und wie dann eins der Kinder reagiert, dann sende ich wahrscheinlich Signale, auf die C reagiert, worauf wieder ich reagiere usw.. Ich vermute, die Dynamik unter den Familienmitgliedern  ist ein \u201ezu viel\u201c. Dass die schrillen Stimmen dann anstrengen, die K\u00fcche f\u00fcr meinen Geschmack zu chaotisch und zu dreckig ist, kommt dann obendrauf und ich frage mich: will ich so leben?<\/p>\n\n\n\n<p>In mir w\u00e4chst das Gef\u00fchl von \u201eich will mein Leben leben\u201c und da wird es spannend. Leicht sagt sich dahin, &#8222;ja wenn nur die anderen nicht, dann&#8220;&#8230;..das Gef\u00fchl von Fremdbestimmtsein. Immer ist es sooo kompliziert Themen mit der gemely zu kl\u00e4ren, bis wir uns mal treffen und dann f\u00e4llt mein Thema hintenrunter undundund. Leicht entstehen bei mir Fluchttendenzen und der Traum von einem selbstbestimmten Leben ganz woanders, in dem die Kinder zu mir kommen und ich bestimmen kann, wie es da aussieht und l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, aber ich lebe\ndoch immer jetzt \u201emein Leben\u201c und was trage ich dazu bei, dass\nich scheinbar andere dar\u00fcber entscheiden lasse? Ein Beispiel: ich\nhatte schlimme Schlafprobleme in letzter Zeit und lag jede Nacht\nwach, die ich die Kinder hatte (wir schlafen dann im gleichen Bett),\nalso jede zweite Nacht. Also dachte ich, wir m\u00fcssen unbedingt mal\ndr\u00fcber reden, dass die Kinder lernen , alleine zu schlafen. Dann war\nWeihnachten, Kranksein, Urlaub, wieder Kranksein&#8230;..das letzte\ngemelytreffen ist ewig her. Bis ich endlich auf die Idee kam, das\neinfach f\u00fcr mich alleine zu l\u00f6sen und in einem anderen Bett im\nNachbarzimmer zu schlafen und das klappt prima.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich spreche oft\nSachen nicht an, weil ich mir vorher schon soviele Gedanken mache,\nwas die anderen dazu sagen und denken w\u00fcrden. Auch damit trage ich\ndazu bei, dass ich nicht das lebe, was ich m\u00f6chte und behalte den\nanderen wichtige Informationen vor. Ich m\u00f6chte geliebt werden und\nErwartungen anderer erf\u00fcllen und so fort. Daraus entsteht, dass es\nf\u00fcr mich schwer ist, mich im Familienumfeld \u00fcberhaupt zu sp\u00fcren,\ngeschweige denn zu sagen, was ich brauche. Es tut mir leid, dass es\nso ist und ich schaue mir das an. Ob ich das \u00e4ndern kann, wird sich\nzeigen. Auf jeden Fall gut, dass mich das Familienleben mit der Nase\ndarauf st\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe lange gebraucht, um dahin zu kommen. Letztes Jahr war ich 4 Monate krank und es war f\u00fcr mich schon ein Riesenschritt, \u00fcberhaupt nur zu denken, das sich mein Platz im Familiensystem irgendwie \u00e4ndern l\u00e4sst, dass es M\u00f6glichkeiten gibt. Ich habe gemerkt, dass ich selbst die Idee von \u201ewir m\u00fcssen alle gleichviel beitragen und immer da sein\u201c internalisiert hatte (obwohl da die Realit\u00e4t schon anders aussah) und andere Ideen nicht mal gedacht werden durften. Viel ver\u00e4ndert hatte sich dadurch noch nicht. Dieses Jahr bin ich endlich soweit, Ver\u00e4nderungen vorzuschlagen und umzusetzen, um wieder ganz da sein zu k\u00f6nnen, ohne wieder krank werden zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um aus der\n\u00dcberforderungsschleife rauszukommen und auch Bed\u00fcrfnisse zu n\u00e4hren,\ndie anstehen (z.B. Raum und Zeit f\u00fcr die Malerei zu haben, anderen\nMenschen zu begegnen), habe ich mir folgende Strategien ausgedacht:\nich werde ca. 2 Tage in der benachbarten Stadt verbringen, wo ich ein\nAtelier gemietet habe. Und ich werde bis zu einer Mahlzeit t\u00e4glich\nin einer befreundeten WG essen, wenn das geht. Ich merke jetzt nach 3\nmal schon, wie gut mir das tut. Habe auch kein Thema damit, meine\nAbwesenheit bei den Mahlzeiten durch andere Kinderzeiten\nauszugleichen oder wenn andere dieses Privileg auch f\u00fcr sich in\nAnspruch nehmen wollen, eine L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Prozesse ruckeln im Familiensystem und ich glaube das ist gut. Es gibt Gespr\u00e4che und vielleicht schaffen wir es, uns demn\u00e4chst mal mit Hilfe von au\u00dfen anzuschauen, warum es diese Themen der \u00dcberforderung und Anstrengung gibt ( da bin ich ja nicht die einzige). Ich w\u00fcnsche mir das f\u00fcr uns und v.a. unseren Kindern zuliebe, denn die sind diejenigen, die die unterschwelligen Spannungen aufnehmen, ohne zu wissen, was da passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke f\u00fcrs Lesen<\/p>\n\n\n\n<p>Emma<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwierig einen Blogeintrag zu schreiben, der nicht reagiert auf Heikos Eintrag. Aber ich hab es schon lange vor und finde es auch gut, Euch teilhaben zu lassen an meinen Schwierigkeiten mit der Co-Elternschaft. Grunds\u00e4tzlich habe ich kein Thema mit meiner Co-Elternschaft. 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