{"id":139,"date":"2018-08-13T11:05:45","date_gmt":"2018-08-13T09:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinsameltern.blogsport.de\/?p=139"},"modified":"2018-08-13T11:05:45","modified_gmt":"2018-08-13T09:05:45","slug":"doch-auch-mal-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=139","title":{"rendered":"Doch auch mal Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend war ich mit Kikos Nachtschicht dran \u2013 durfte aber nicht. \u201eHeiko soll nicht meine Nacht haben\u201c, unter Tr\u00e4nen vorgetragen, immer wieder\u2026 \u201eEmma soll die Nacht haben!\u201c Genau, Emma, die vor wenigen Jahren dar\u00fcber klagen musste, dass Kiko immer wieder andere bevorzugt, war gestern die Nummer eins. Und Heiko, also ich, sollte auf keinen Fall.<br \/>\nDas gab es auch schon mal mit A-lex, dass Kiko mit Schreien, H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen gek\u00e4mpft hat, dass A-lex ihre Nacht hat. Warum, haben wir schon damals nicht verstanden (und in der Nacht darauf durfte er dann ohne Widerspruch Kikos Ins-Bett-Bringer sein). Damals hatte sich schlie\u00dflich Yuriko \u201eerbarmt\u201c \u2013 \u201eerbarmt\u201c weniger deswegen, weil es schlimm w\u00e4re, mit Kiko die Nacht zu machen, sondern eher, weil es so doof f\u00fcr den\/die Verschm\u00e4hte(n) ist. Damals hat, glaube ich, niemand im Blog dar\u00fcber geschrieben. Und ich fand A-lex in diesem Fall selbst zu passiv. Als Kiko schon beim Abendessen wiederholt ank\u00fcndigte, dass sie auf keinen Fall mit A-lex die Nacht machen w\u00fcrde, blieb A-lex stumm. Auf unsere Nachfragen zuckte er mit den Schultern und erkl\u00e4rte, dass sich das doch sowieso erledigen w\u00fcrde, wenn sie erst mal beim Abendritual angekommen w\u00e4ren (Dinkelmilch trinken, Buch vorlesen). Tats\u00e4chlich hatte es in der Vergangenheit immer mal vereinzelt Widerstand bei Kiko gegen unsere Zust\u00e4ndigkeitseinteilungen gegeben, der sich dann immer in Luft ausl\u00f6ste. Als es dann ernst wurde und Kiko, wie beschrieben, nicht lockerlie\u00df, fand ich im Nachhinein, dass sich A-lex mehr h\u00e4tte bem\u00fchen m\u00fcssen. Aber dann war ich gestern in derselben Situation, und wie sollte ich mich \u201ebem\u00fchen\u201c? Was sollte ich denn machen?<br \/>\nA-lex war schon gegangen, Yuriko hatte frei und war totm\u00fcde, Emma hatte die Zwillinge und ich eben Kiko. Und dann wollte sie nicht, erkl\u00e4rte wieder, \u201eauf keinen Fall\u201c mit mir die Nacht zu machen. Genau wie A-lex damals nahm ich das nicht besonders ernst. Emma fragte mich, ob wir Kinder tauschen w\u00fcrden, aber ich winkte ab, nein, das klappt schon! Ich hatte erst in der Nacht zuvor die Zwillinge und \u201eich will ja auch mal wieder mit Kiko die Nacht machen!\u201c, sagte ich.<br \/>\nEs eskalierte dann, als wir alle f\u00fcnf (Emma, ich, die drei Kinder) nach oben ins Zwillingsschlafzimmer gingen und Kiko sich nicht von Emma l\u00f6sen wollte, bis ich sie schlie\u00dflich aufklaubte und nach unten trug. Da schrie sie dann, so laut sie konnte \u2013 in meinen Ohren nur noch Klingeln.<br \/>\nVielleicht erkl\u00e4re ich an dieser Stelle mal, dass Kiko m\u00fcde war. Die letzte Nacht w\u00e4re ich n\u00e4mlich auch schon dran gewesen, aber Kiko wollte mit einer Freundin im Zelt schlafen, und das mache ich nicht mehr mit, wie ich ihr erkl\u00e4rt habe, bis sie in ihrem eigenen Zimmer allein schlafen kann. So lange sie das n\u00e4mlich nicht kann, klappt es meiner Erfahrung nach auch nicht, dass sie mit anderen Kindern zusammen schl\u00e4ft, ohne nachts dann doch wieder zu einem ihrer Elternteile zu wollen. Ich hab das oft probiert und hab darauf keine Lust mehr: Das Einschlafen dauert ewig, mitten in der Nacht muss ich dann doch dazukommen oder sie abholen (was problematisch ist, wenn ein anderes Kind z.B. im Zelt mit dabei ist, f\u00fcr das ich auch zust\u00e4ndig bin), morgens ist sie dann noch m\u00fcde, obwohl die Nacht vorbei ist. Und da bleibe ich inzwischen konsequent. Also hatte ich in der Nacht zuvor die Zwillingsnacht gemacht, obwohl ich schon mit Kiko dran gewesen w\u00e4re. Yuriko schlief mit Kiko und ihrer Freundin im Zelt, weil sie Kiko ihren Zelt\u00fcbernachtungswunsch eben nicht abgeschlagen hat \u2013 aber beide schliefen eben, wie erwartet, nicht genug, deshalb waren auch beide gestern tags\u00fcber ziemlich fertig. Und Kiko am Abend v\u00f6llig \u201edr\u00fcber\u201c. Deshalb hab ich das schreiende Kind auch einfach weggetragen, weil wir mit ruhigen Worten bei der m\u00fcden Kiko meiner Meinung nach nicht mehr weit gekommen w\u00e4ren.<br \/>\nUnten tauchte dann aber Yuriko wieder auf, die mir Kiko abnahm und mit viel Verst\u00e4ndnis, aus ihrer Sicht sicher gerechtfertigt, \u201edazwischen ging\u201c. Minutenlanges Umarmen (Yuriko und Kiko) auf dem Sofa folgte, w\u00e4hrend dem ich immer noch dachte, \u201ewenn ich jetzt einfach mit Kiko weitermachen d\u00fcrfte \u2013 Milch und Buch \u2013 w\u00fcrde sich das Problem schon auch erledigen und sie w\u00fcrde sich nicht mehr weiter dr\u00fcber beschweren, dass ich die Nacht habe\u201c.<br \/>\nIn der Zeit kl\u00e4rte ich noch kurz mit Emma, dass ich Kiko auch zu ihr bringen d\u00fcrfe, wenn die Zwillinge schlafen und Kiko bettfertig sei, dann w\u00fcrde Emma mit allen drei Kindern schlafen. Diese M\u00f6glichkeit konnte ich Kiko also als Ausweg pr\u00e4sentieren, dachte dabei aber, dass wir das sicher nicht in Anspruch nehmen w\u00fcrden, wenn wir erst zusammen den Abend beginnen w\u00fcrden.<br \/>\nIch durfte dann endlich die Milch bringen, Buch vorlesen, Yuriko verabschiedete sich und dann hatte Kiko noch Hunger. (Denn da w\u00e4re noch so ein \u201eProblem\u201c, dass aber wohl nicht Gemely-spezifisch ist: Wenn wir um 18:30 essen, hat Kiko oft keinen Hunger, und will weiter spielen. Und isst dann erst viel sp\u00e4ter. Wenn sie wirklich keinen Hunger hat und offensichtlich sp\u00e4ter dann schon, w\u00e4re es wohl sinnlos, sie um 18:30 zum Essen \u201ezu zwingen\u201c \u2013 aber es ist auch bl\u00f6d, ihr dann sp\u00e4ter eine Privatmahlzeit auftischen zu m\u00fcssen). Dann mussten wir noch ihren Nachtkram aus dem Zelt holen, Z\u00e4hne putzen, etwas Zeit totschlagen, in der die Zwillinge einschlafen, dann noch aufs Klo und dann \u2013 wollte Kiko weiterhin auf jeden Fall mit Emma schlafen. Da war ich dann echt erstaunt, etwas traurig, ziemlich ratlos.<br \/>\nAls ich sie an Emma \u00fcbergab und sie mir (von sich aus) einen Gute-Nacht-Kuss gab, fragte ich noch \u201esoll ich jetzt nie wieder die Nacht mit dir haben?\u201c und sie verneinte entschieden. Doch, klar soll ich mal wieder die Nacht mit ihr haben. Es war also so, dass sie sich einfach gestern in den Kopf gesetzt hatte, nicht bei mir zu bleiben, warum auch immer. <\/p>\n<p>Ein Teil von mir denkt sich, dass ich vielleicht auch mal nicht mehr die Nacht mit ihr haben will. Denn nicht nur ist es verletzend, so abgelehnt zu werden; Kiko kann auch sehr unfreundlich sein. Den ganzen Abend kann man, wenn man Pech hat, auf jede freundliche Frage (z.B. \u201eIst das auch dein Kissen?\u201c, \u201eMusst du nochmal aufs Klo?\u201c) eine total \u00fcbertriebene teenagerm\u00e4\u00dfige OMG-Grimasse ernten \u201eNat\u00fcrlich nicht, was denkst du denn???\u201c Oder \u201eHallooo??? Nat\u00fcrlich nicht!\u201c.<\/p>\n<p>Wie gesagt, Kiko war m\u00fcde. Aber es kann doch auch nicht sein, dass sie alles von uns kriegt, was sie sich in den Kopf setzt. Nur, weil sie ihren Unwillen \u2013 den wir Erwachsenen hundertmal am Tag runterschlucken m\u00fcssen \u2013 so lautstark ausdr\u00fcckt. Vielleicht will ich ihr um 20:00 Uhr auch nichts mehr zu essen geben, aber anstatt zu schreien, zu schimpfen, wegzurennen oder einfach stoisch immer wieder zu sagen \u201eMir doch egal\u201c, lenke ich ein. Das hat sie nicht n\u00f6tig. Wie kann das nur sein? Warum sitzt sie immer am l\u00e4ngeren Hebel?<br \/>\nEine Antwort ist wohl, weil sie aus den Folgen, die sich aus ihrer Verweigerung ergeben w\u00fcrden, noch nichts lernen kann.<br \/>\nWenn sie abends nicht ins Bett wollen w\u00fcrde und wir sie aufbleiben lie\u00dfen, bis sie irgendwann vor M\u00fcdigkeit umkippen w\u00fcrde, w\u00e4re sie den ganzen n\u00e4chsten Tag m\u00fcde und schlecht gelaunt, aber nicht in der Lage zu verstehen, dass das mit ihrem Nicht-Ins-Bett-Gehen am Tag zuvor zusammenh\u00e4ngen w\u00fcrde.<br \/>\nAndere Antwort: weil wir selbst Probleme h\u00e4tten, wenn wir nicht einlenken.<br \/>\nWenn sie um 18:30 nichts isst und wir ihr um 20:00 Uhr nichts mehr geben w\u00fcrden und sie dann hungrig w\u00e4re und nicht schlafen k\u00f6nnte, h\u00e4tten auch wir Erwachsenen eine schlaflose Nacht. Genauso, wie wenn es dabei geblieben w\u00e4re, dass ich Kikos Nacht habe und sie nicht eingelenkt h\u00e4tte: Sie h\u00e4tte sich weigern k\u00f6nnen, mit mir ins andere Haus zu gehen, sie h\u00e4tte nach oben st\u00fcrmen und die Zwillinge dabei aufwecken k\u00f6nnen, sie h\u00e4tte einfach nicht mit mir mitgehen k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde sie nicht gegen ihren Willen in ihr Zimmer tragen, und wenn ich es t\u00e4te, w\u00fcrde sie von dort wieder weglaufen (und dann wahrscheinlich Yuriko wecken, deren Zimmer neben ihrem und meinem liegt).<br \/>\nNoch eine Antwort: weil wir nicht guten Gewissens zu unseren eigenen Regeln stehen k\u00f6nnen.<br \/>\nZ.B. soll Kiko nichts essen m\u00fcssen, wenn sie nicht hungrig ist. Und wenn sie nicht in den Kindergarten will und die Person, die mit den Zwillingen zu Hause bleibt, einverstanden ist, dann spricht eigentlich nichts dagegen, dass sie zu Hause bleibt.<\/p>\n<p>Andererseits soll Kiko doch ihre Grenzen kennen. Die scheinen bei uns verhandelbar zu sein, bis auf ein paar eher banale Regeln wie \u201ekeine F\u00fc\u00dfe auf den Tisch\u201c, \u201ekein Essen auf dem Podest\u201c, \u201eGeschwistern nicht einfach was wegnehmen, auch wenn es deiner Meinung nach dir geh\u00f6rt\u201c. Irgendwie ist mir unwohl dabei, dass Kiko letztlich immer kriegt, was sie will.<\/p>\n<p>Was bleibt sonst noch aus der Erfahrung von letzter Nacht:<br \/>\n\u2022\t\u201eIch will auch mal wieder mit Kiko die Nacht machen\u201c \u2013 vergiss es. Wenn sie partout nicht will, dann bringt das nichts und dann tu ich mir selbst auch keinen Gefallen, so was durchzuziehen, wenn es anders geht. Dann mach ich lieber die Nacht mit den Jungs. Ich bin halt blo\u00df so unflexibel und freu mich immer schon so, abends, wenn sie eingeschlafen ist, noch Zeit in meinem Zimmer zu haben, denn Kikos Zimmer ist im neuen Haus, in dem auch mein Zimmer liegt.\u2026 Wenn die Zwillinge schlafen, kann ich nur ins Wohnzimmer gehen, denn die Zwillinge schlafen im \u201ealten\u201c Haus, in dem sonst nur noch die Wohnk\u00fcche ist (kleines Haus \u2013 deshalb haben wir ja noch eins gebaut).<br \/>\n\u2022\tDass andere Elternteile mit Kiko Dinge tun, die ich nicht tun w\u00fcrde (Zelten mit Freundin), kann ich gar nicht verhindern. Aber ich sollte auch daraus die Konsequenz ziehen und mir klarmachen, was das dann f\u00fcr den n\u00e4chsten Abend bedeutet, und mit den beteiligten Eltern fr\u00fchzeitig kl\u00e4ren, wer dann die Konsequenzen tr\u00e4gt (wer macht die Sonntagnacht mit einer \u00fcberm\u00fcdeten Kiko, nachdem Yuriko mit ihr und einer Freundin Im Zelt nicht genug schl\u00e4ft?). Aber das kannste vergessen, das kriegen wir nicht schnell genug \u00fcberblickt und abgesprochen, wenn die entsprechenden Entscheidungen getroffen werden.<br \/>\n\u2022\tDas mit dem Konsequenzen-f\u00fcr-mich-ziehen ist trotzdem interessant. Es gab n\u00e4mlich gestern oder vorgestern sogar noch ein Problem (das ist in diesem Blogeintrag schon das vierte nach der Nacht-Geschichte und dem Nicht-Mitessen und der Unfreundlichkeit): N\u00e4mlich gab es Aufbackbr\u00f6tchen zum Fr\u00fchst\u00fcck, und Kiko bekam eins mit Schokoaufstrich geschmiert, das sie aber nicht a\u00df. Der Vormittag schritt voran, und um 11:00 Uhr hatte Noam Hunger und schnappte sich Kikos Br\u00f6tchen. Ich schritt ein und sagte zu Kiko, dass sie ihr Br\u00f6tchen jetzt essen soll, sonst d\u00fcrfte es jemand anderes essen. \u201eIch ess es sp\u00e4ter!\u201c, war ihre Antwort. Ja, das kenne ich gut, oft bleibt die Leckerei dann so lange liegen, in der Plastikbox oder im K\u00fchlschrank, bis keiner sie mehr mag. Es folgte eine lange Diskussion; immerhin nahm sie das Br\u00f6tchen an sich und a\u00df es schlie\u00dflich auch auf. Meine Schlussfolgerung: superaufmerksam sein und so was vorhersehen und entsprechend konsequent sein, z.B. mit einer Ansage beim Fr\u00fchst\u00fcck um 8 Uhr: \u201eWas bis 10 Uhr nicht gegessen ist, wird frei f\u00fcr alle\u201c. Da hab ich meine Miteltern aber auch nicht an Bord, obwohl wir schon oft einst Leckeres wegwerfen mussten, weil Kiko es unbedingt aufheben wollte \u2013 die finden, dass Kikos Eigentumsrecht sozusagen respektiert werden m\u00fcsste\u2026 W\u00e4hrend ich \u201eihre\u201c Br\u00f6tchen schon mal gern an andere hungrige Kinder verf\u00fcttere, vor allem, wenn sie sowieso schon mehr gehabt hat als andere. Au\u00dferdem n\u00fctzt es nicht viel, sich vorzunehmen, superkonsequent zu sein\u2026<\/p>\n<p>Morgen Abend machen wir ein Gemely-Treffen, da wird es sicher auch um die geschilderte Episode gehen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend war ich mit Kikos Nachtschicht dran \u2013 durfte aber nicht. \u201eHeiko soll nicht meine Nacht haben\u201c, unter Tr\u00e4nen vorgetragen, immer wieder\u2026 \u201eEmma soll die Nacht haben!\u201c Genau, Emma, die vor wenigen Jahren dar\u00fcber klagen musste, dass Kiko immer wieder andere bevorzugt, war gestern die Nummer eins. 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