{"id":13357,"date":"2024-07-21T06:33:22","date_gmt":"2024-07-21T06:33:22","guid":{"rendered":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=13357"},"modified":"2024-07-21T06:33:22","modified_gmt":"2024-07-21T06:33:22","slug":"urlaub-motivierter-opa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=13357","title":{"rendered":"Urlaub (motivierter Opa)"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt m\u00f6chte ich aber mal \u00fcber unseren Urlaub schreiben. Wir sind seit einer Woche wieder zu Hause. Es kommt mir schon wieder lange her vor, dass wir in meiner alten Heimat in den Bergen waren. Wir haben das schon \u00f6fters gemacht, uns in Pfronten im Allg\u00e4u f\u00fcr zwei Wochen ein Ferienhaus geg\u00f6nnt, die so genannte \u201eK\u00f6nigscard\u201c war dabei und mit der konnten wir ohne weitere Kosten R\u00e4der mieten, mit der Gondel auf den Berg fahren oder hatten freien Eintritt zum Hochseilgarten. F\u00fcr mich war das immer ein besonderer Kick, weil ich sehr tolle Erinnerungen an meine Kindheit habe und im Prinzip nie die Notwendigkeit versp\u00fcrt habe, mich davon irgendwie abzugrenzen. Klar, jetzt bin ich erwachsen und kann viele Erwachsenendinge tun, aber wenn ich dort den Breitenberg hochgehe, kommt es mir manchmal vor, als sei ich 15, mit meinen Freunden Arthur und J\u00f6rgi unterwegs und gestern h\u00e4tten wir zum ersten Mal im Kino \u201eThe Wall\u201c gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir jetzt schon \u00f6fters im Urlaub in Pfronten waren (ich finde hier im Blog allerdings nur 2020 einen kurzen Eintrag dazu), m\u00f6gen die anderen Eltern und besonders die Kinder das auch sehr gern \u2013 man kann halt krass viel machen. Als ich noch dort gewohnt habe, fand ich die vielen Ferieng\u00e4ste kurios, vor allem, dass die immer wieder nach Pfronten kamen, anstatt jedes Jahr einen anderen sch\u00f6nen Ort in der Welt zu erforschen. Jetzt verstehe ich das besser. Ich habe meine Heimat und guten Alltag im Flachland (in meinem Fall nehme ich das in Kauf, weil wir so ein besonderes Dorf hier kultivieren und meine Gemely inzwischen hier lebt; bei anderen ist es vielleicht der Job oder die Familie), aber gern tanke ich einmal im Jahr Berge, Seen, Fl\u00fcsse, richtiges Wetter (Gewitter!) und was Urlaub halt noch ausmacht: Viel Zeit mit den Kindern und den anderen Eltern, keine Termine, im Moment sein. Dazu tolle Spielpl\u00e4tze, eine genial ausgestattete B\u00fccherei am Ort (am ersten \u00d6ffnungstag nach unserer Ankunft haben wir einen Riesenstapel B\u00fccher ins Ferienhaus geschleppt) und ordentliche Backwaren (bei uns hier stehst du mit S\u00fc\u00dfhunger in einer B\u00e4ckerei und gehst dann mit leeren H\u00e4nden wieder raus, weil es einfach nichts Gescheites gibt).<\/p>\n\n\n\n<p>Unser \u00fcbliches Ferienhaus war belegt, aber wir haben ein anderes gefunden, in dem es sogar eine Sauna gab. Allein, das zu erkunden und mit verschiedenen Geheimverstecken auszustatten, hat die Jungs einige Zeit besch\u00e4ftigt. Das riesige Wohnzimmer war dann auch mal eine neue Wohnerfahrung f\u00fcr uns und dann war es auch nur drei H\u00e4user weiter von der Mietswohnung, in der ich aufgewachsen bin, und die Stra\u00dfe runter gab es einen super Spielplatz mit gro\u00dfer Rutsche und Riesen-Kletterger\u00fcst, den die Jungs auch ohne uns Eltern besuchen konnten. Also beste Voraussetzungen f\u00fcr einen richtigen Urlaub halt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann waren wir klettern, wandern, baden, radfahren, chillen, bummeln. Mein Bruder wohnt in der N\u00e4he und mein Stiefbruder mit seiner Familie direkt im Ort \u2013 beide tolle Typen mit nettem Anhang, wir haben also etwas Familienanschluss, aber fein dosiert, gerade angenehm. Alle lesen gern, und so sind auch die Stunden zu Hause willkommen (insbesondere Kiko als Fast-Teenagerin hat nicht nur ihren B\u00fccherstapel abzuarbeiten, sondern auch ihr Tagebuch zu f\u00fcllen. Leider war sie w\u00e4hrend des ganzen Urlaubs ein bisschen krank). Ach so, und es war Fu\u00dfball-EM. Bei uns eigentlich sonst kein Thema, im Urlaub war es witzig, das zusammen zu gucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind, wie die letzten Jahre auch, ohne Auto gekommen, nur mit Zug und dann vor Ort mit Fahrr\u00e4dern unterwegs. Das kann man in Pfronten ausgezeichnet machen, aber dass wir die einzigen sind, die so Urlaub machen, ist ein bisschen traurig. Wenn das auch nur minimal gef\u00f6rdert w\u00fcrde, g\u00e4be es Fahrradanh\u00e4nger oder Handkarren zu leihen (oder Carsharing, f\u00fcr besondere F\u00e4lle), damit man auch mal ne Kiste Bier oder Limo bef\u00f6rdern k\u00f6nnte. Aber da der Ort auch ohne Nachhaltigkeitsmarketing bestens belegt ist, interessiert sich die Tourismusbeh\u00f6rde nicht daf\u00fcr. Ich hab schon mal einen langen Artikel dar\u00fcber geschrieben, der nicht weiter beachtet wurde. Und so hocken wir auch mal in Bussen, um zu einem See oder einem anderen K\u00f6nigscard-Angebot zu kommen \u2013 und tats\u00e4chlich, das geht auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil w\u00e4hrend unserer Zeit in Pfronten ein Spam-Kommentar auf dieser Website gepostet wurde (ja, mein Laptop hab ich schon dabei, wenn ich wegfahre), kam ich \u00fcberhaupt nur auf die Idee, hier mal wieder was zu schreiben. \u201eWie geht es mir?\u201c, hab ich mich noch im Urlaub gefragt? \u201eErf\u00fcllt\u201c, hab ich mir notiert. \u201eUnd auch ein bisschen voll\u201c. Speziell die Urlaubssituation ist wirklich kurios: Einerseits bin ich schon froh, dass wir wieder in meinen Heimatort im Allg\u00e4u gefahren sind, ich bin da so gern und man kann da so viel machen. Andererseits gibt es speziell im Urlaub nicht die perfekte Balance. Ich kann nicht ganz mein Ding machen, weil wir ja viel zusammen tun wollen, das hei\u00dft: Abstimmen, warten, zur\u00fcckstecken. Aber wenn ich ganz der Papa bin, ecke ich auch an. Das wollen die anderen ja auch nicht, dass ich mir einfach die Kinder schnappe und mit ihnen das mache, was ich gut finde. So ganz Recht kann man es einander wohl nicht machen zu siebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Kindern war es super und mit Yuriko meistens auch, obwohl wir \u00fcberhaupt kein Problem damit haben, auch mal in unterschiedlichen Allianzen unterschiedliche Standpunkte zu vertreten. Mit A-lex ist so ein Ferienhaus-Urlaub gut machen: Er scheint oft zufrieden, kocht lecker f\u00fcr alle (erinnert sich noch jemand, dass er zu Beginn unserer gemeinsamen Elternzeit ausschlie\u00dflich roh gegessen hat?), regt sich meist nicht auf und redet nicht so viel Bl\u00f6dsinn (weniger Bl\u00f6dsinn als ich vermutlich). Mit Emma und mir wurde und wird es immer wieder ein bisschen schwierig. Unsere Beziehung ist weiterhin von Spannungen durchzogen, auch wenn sie sich nicht aus der Familie rausgezogen hat, wie ich es ein paar Blogbeitr\u00e4ge zuvor bef\u00fcrchtet habe. Ich nerve sie mit meiner permanenten Planung und wahrscheinlich ist mein Kontrollinstinkt nicht mit ihrem Autonomiebed\u00fcrfnis zu vereinbaren. Und ich bin angestrengt von ihr. Ich habe immer Zweifel, wenn sie etwas als Fakt erkl\u00e4rt, weil sich das dann bei genauem Hingucken schon \u00f6fters in Luft aufgel\u00f6st hat (was mir \u00fcbrigens auch passiert. Gerade erst habe ich eine Wette mit Yuriko verloren, weil ich sicher war, dass Roland Kaiser seine Texte nicht selbst schreibt). Und ich will halt oft Sachen anders machen als sie und bin genervt von ihrer Herangehensweise, die mir kompliziert oder unlogisch vorkommt. Das ist nat\u00fcrlich nicht das Vertrauen, das untereinander sch\u00f6n w\u00e4re. Immerhin schaffen wir es meistens, uns zu respektieren. Aber im Urlaub haben wir viel mehr miteinander zu tun. In den letzten Jahren hat Emma oft nur eine von zwei Wochen zusammen mit uns verbracht, um diese Beziehungszuspitzung zu verhindern; diesmal waren wir die ganze Zeit zusammen. Jetzt im R\u00fcckblick w\u00fcrde ich sagen: hat doch gut funktioniert. Aber ich wei\u00df schon, dass es oft nicht harmonisch war und anstrengend f\u00fcr beide von uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum ersten Mal ist dieses Jahr Folgendes passiert:<br>Wir gehen den Wiesenweg zur Kappeler Alm hoch. Die Jungs haben wenig Lust, sie haben sich mit ihrem Ferientaschengeld gerade erst neues Lego im Spielwarenladen gekauft (derselbe Laden wie zu meiner Zeit, und dann gibt es bei uns in der ostdeutschen Pampa ja \u00fcberhaupt keine Spielwarenl\u00e4den, sondern nur das Internet); wir konnten sie\u00a0 nur zum Mitwandern \u00fcberreden, indem wir ihr Lego mitgenommen haben, darunter ein Hubschrauber), es ist hei\u00df und es wird gen\u00f6lt. Den Hubschrauber soll ich tragen. Ich fliege nat\u00fcrlich ordentlich herum, samt Hubschrauberger\u00e4usch, und dann will der Pilot rauspinkeln und zwar am Liebsten auf Noam oder Ta, was die beiden erfolgreich den Berg hochscheucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Familie kommt uns entgegen, der Mann geht erst an A-lex, Kiko und Emma vorbei, dann an den Jungs und dann an mir mit dem Hubschrauber. \u201eNa, das ist aber ein motivierter Opa\u201c kommentiert er mein Hubschrauberspiel.<\/p>\n\n\n\n<p>OK. Seitdem bin ich der motivierte Opa der Familie\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt m\u00f6chte ich aber mal \u00fcber unseren Urlaub schreiben. Wir sind seit einer Woche wieder zu Hause. Es kommt mir schon wieder lange her vor, dass wir in meiner alten Heimat in den Bergen waren. 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