{"id":126,"date":"2017-01-02T04:35:14","date_gmt":"2017-01-02T02:35:14","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinsameltern.blogsport.de\/2017\/01\/04\/kinder-verwoehnen\/"},"modified":"2017-01-02T04:35:14","modified_gmt":"2017-01-02T02:35:14","slug":"kinder-verwoehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=126","title":{"rendered":"Kinder verw\u00f6hnen?"},"content":{"rendered":"<p>Dem Projekt \u201eGemely\u201c geht es gut*. Im Moment ist es ein bisschen hart: Kindergartenferien und kranke Eltern haben unser ausget\u00fcfteltes Schichtsystem au\u00dfer Kraft gesetzt und vor allem Emma und ich sind im Dauereinsatz. Und wieder mal erlebe ich intensiv den gro\u00dfen Kinderwiderspruch (der wahrscheinlich in jedem meiner Blogeintr\u00e4ge Thema ist, entschuldigen Sie die Redundanz): 100 Gl\u00fccksmomente pro Kind pro Tag: Wie sie lachen. Wie sie laufen. Wie sie brabbeln (Babys) und singen (Kiko). Und trotzdem finde ich es nicht toll, den ganzen Tag mit Kinderbetreuung zu verbringen, zu spielen, Babys herumzutragen oder mit ihnen an der Hand in der Wohnung hin- und herzulaufen. Und in den Momenten, in denen sie sich alleine  besch\u00e4ftigen, den Haushalt zu machen.<\/p>\n<p>Dabei sind wir doch viele Eltern und stellen meistens einen Erwachsenen pro Kind ab. Das macht die Sache immer noch angenehmer, als alleine mehr als ein Kind versorgen zu m\u00fcssen, wobei wir dadurch nat\u00fcrlich mehr Freizeit (bzw. Arbeitszeit) pro Erwachsenennase h\u00e4tten. Sowieso h\u00f6re ich immer die mahnende Stimme, wir w\u00fcrden unsere Kinder verw\u00f6hnen, allein deshalb, weil kein Kind normalerweise so viele Eltern hat (bei uns hat ja jedes Kind mehr als einen ganzen Elternteil f\u00fcr sich, rechnerisch). Aber kann man Kinder \u00fcberhaupt verw\u00f6hnen?<\/p>\n<p>W\u00e4re es besser, wenn wir die Zwillinge entgegen ihrer Spiel-, Kuschel- und Bewegungsw\u00fcnsche den ganzen Tag mitschleppen w\u00fcrden? Wir nehmen sie ja schon mit, wann immer wir was zu tun haben, wo das m\u00f6glich ist und das Kind m\u00fcde oder entspannt genug f\u00fcr die Babytrage ist.<\/p>\n<p>W\u00e4re es besser, nur die kleinen Zwillinge zu betreuen und Kiko mitlaufen zu lassen\/sich selbst zu \u00fcberlassen? Das machen wir immer dann, wenn es f\u00fcr sie ok scheint, wenn sie selbst gerne alleine spielt oder raus will. Ihr gar keine exklusive Zuwendung zu geben, wenn sie die gerne will \u2013 f\u00fchlt sich nicht gut an.<\/p>\n<p>W\u00e4re es besser, die Kinder vor Fernsehern oder Tablet-PCs abzusetzen?<br \/>\nDenn eine dritte Alternative f\u00e4llt mir gar nicht ein.<\/p>\n<p>Ja, wir sind immer zu zweit und oft zu dritt f\u00fcr unsere Kinder da, und ja, das ist nicht immer lustig f\u00fcr uns. Aber ich sehe keine \u00fcberzeugende bessere L\u00f6sung f\u00fcr die Familie. Au\u00dferdem wird sich wieder alles \u00e4ndern, wenn Kiko gr\u00f6\u00dfer und noch selbst\u00e4ndiger ist und wenn Noam und Ta laufen k\u00f6nnen (sie sind kurz davor!).<\/p>\n<p>Neulich war ich mal 5 komplette Tage allein mit Noam unterwegs. Lange Zugfahrten und Besuche bei meinen Eltern. Hab ich gut hingekriegt, war nat\u00fcrlich auch anstrengend (nicht mal allein aufs Klo\u2026), hat mir einen sch\u00f6nen neuen Blick auf Noam alleine er\u00f6ffnet, den ich im Alltag nicht habe, weil ich ihn da immer als Zwilling erlebe. Da habe ich mich zwischendurch auch gefragt, was ich hier mache \u2013 einen Urlaub, in dem er m\u00f6glichst auf seine Kosten kommt oder eine Reise f\u00fcr mich, bei der er dabei ist? Ich denke, letzteres stand im Vordergrund, und ersteres hat er dabei auch bekommen. Wenn ich mir vorstelle, wie die Reise ohne ihn gewesen w\u00e4re \u2013 dann h\u00e4tte ich zwar auf den Zugfahrten mehr gelesen und endlich mal die E-Mails des Sommers bearbeitet, aber intensiver w\u00e4ren die Besuche bei den Verwandten auch nicht gewesen. Und die bayerischen Butterbretzeln h\u00e4tten ohne sein Mitessen auch nicht besser geschmeckt.<\/p>\n<p>Als ich dann wieder hier war und die Nacht mit ihm hatte, habe ich dann auch zum ersten Mal in einer Babynacht ferngesehen. Mit Kopfh\u00f6rer, w\u00e4hrend Noam schlief, sein Bett so abgedeckt, dass er den Bildschirm nicht flimmern sieht. Kleine Schritte der v\u00e4terlichen Emanzipation also.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens verbringen wir die N\u00e4chte zur Zeit einzeln mit den Kindern. Vorher schliefen sie zusammen im Obergeschoss unseres ersten (kleinen) Hauses: die zwei f\u00fcr die Babynacht zust\u00e4ndigen Eltern brachten je ein Kind ins Bett, dann legte sich eine*r bei ihnen hin, bereit, die folgenden F\u00fctterungen durchzuf\u00fchren, und derdie andere legte sich in sein\/ihr eigenes Bett und durfte ab drei Uhr morgens als Abl\u00f6sung angerufen oder angefunkt werden. Die Babys wachen n\u00e4mlich jeweils (!) ungef\u00e4hr dreimal pro Nacht (!) auf und haben Milchhunger.<\/p>\n<p>Seit Ta neulich mit (f\u00fcr seine kleine Lunge) schwerer Bronchitis im Krankenhaus war und danach eher unruhige N\u00e4chte hatte, haben wir sie nachts getrennt und das beibehalten. Da ich als einziger in einem beheizten Zimmer in einem Nachbarhaus wohne (zur Erinnerung: Unser eigenes neues Haus wird erst dieses Jahr 2017 fertig), schl\u00e4ft seitdem immer eins der Kinder bei mir im Zimmer (es sei denn, ich habe frei, aber weil andere Eltern meist krank waren, hatte ich eigentlich nicht mehr frei). Wir Eltern sind dadurch meist ausgeschlafener, ich auf jeden Fall, weil ich nicht mehr in Versuchung komme, fast die ganze Nacht allein mit zwei Babys zu verbringen \u2013 vorher hatte ich so einen Ehrgeiz, die Abl\u00f6sung erst m\u00f6glichst sp\u00e4t zu rufen und eine Zeit lang habe ich die Nacht von Samstag auf Sonntag ganz allein mit den Babys gemacht.<br \/>\nDas passiert jetzt nicht mehr, daf\u00fcr kann ich ganz gut einsch\u00e4tzen, wie viel die Babys schlafen, und kann mir (gestern) abends auch mal einen Tatort reinziehen oder (heute, es ist 3:51 Uhr) mal am Blog schreiben. Heute schl\u00e4ft Ta bei mir, der \u00fcbrigens genauso wunderbar ist wie Noam, nur ganz anders. Ta knibbelt beim Einschlafen immer so an meinen H\u00e4nden herum und streichelt immer \u00fcber meine Haus \u2013 bis er dann gleichm\u00e4\u00dfig atmet.<\/p>\n<p>Wir haben im vergangenen Sommer so wenig geschrieben, hatten so wenig Zeit\u2026 Wir wurden auch nicht mehr von Kameraleuten oder Reporter*innen besucht. Dabei ist es bei uns doch eher spannender geworden. So viele Kleinigkeiten, die wir regeln mussten und geregelt haben, um die Kinder zu viert gro\u00dfzuziehen und nebenbei trotzdem noch ein neues Haus zu bauen und in unseren Berufen zu arbeiten\u2026<\/p>\n<p>*bzw. ganz aktuell, zwei Tage sp\u00e4ter, als ich diesen Beitrag endlich hochlade: Gerade sieht es so aus, als ob wir irgendwas \u00e4ndern m\u00fcssten, so weiterpowern wie letzten Fr\u00fchling\/Sommer\/Herbst schaffen wir gerade nicht&#8230; Mal sehen&#8230; Wenn sich ein*e Leser*in berufen f\u00fchlt, uns mal ein paar Tage\/Wochen gegen Kost und Logis zu unterst\u00fctzen, schreibt uns (per Kommentar)!! Damit wir unser Haus fertig kriegen, ohne am Ende alle am Stock zu gehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Projekt \u201eGemely\u201c geht es gut*. Im Moment ist es ein bisschen hart: Kindergartenferien und kranke Eltern haben unser ausget\u00fcfteltes Schichtsystem au\u00dfer Kraft gesetzt und vor allem Emma und ich sind im Dauereinsatz. 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