{"id":114,"date":"2016-01-01T12:12:22","date_gmt":"2016-01-01T10:12:22","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinsameltern.blogsport.de\/2016\/01\/01\/vater-genug\/"},"modified":"2016-01-01T12:12:22","modified_gmt":"2016-01-01T10:12:22","slug":"vater-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gemeinsameltern.de\/?p=114","title":{"rendered":"Vater genug"},"content":{"rendered":"<p>Noa und Ta sind jetzt \u201aP\u00e4ppelkinder\u2019 (Krankenhausjargon): Liegen nur noch in der Klinik, um aufgep\u00e4ppelt zu werden, haben also nicht mehr mit gro\u00dfen Problemen zu k\u00e4mpfen. Sind knapp bzw. weit \u00fcber 2 kg schwer und machen Trinkversuche mit Fl\u00e4schchen und Brust. Yuriko schafft knapp, sie allein mit Muttermilchpumpen zu ern\u00e4hren \u2013 ein heldenhafter Einsatz, Tag und Nacht, die Milchpumpe st\u00e4ndig einsatzbereit.<br \/>\nNoa und Ta liegen sogar zusammen in einem Bettchen, eine zuerst aus der Not geborene L\u00f6sung, weil es nicht genug W\u00e4rmebetten auf der Station gab und Ta nicht l\u00e4nger im Brutkasten bleiben sollte. Aber dann haben die Schwestern sie beieinander liegen lassen, ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl f\u00fcr uns Eltern.<br \/>\nIch bin heute schon wieder nicht mitgefahren, um meine alle-drei-Tage-Schicht anzutreten, obwohl es keine zwingenden Gr\u00fcnde daf\u00fcr gab. Ich habe hier zwar wirklich viel zu tun und meine Arbeit dient auch ganz direkt der Gemely: Wir wollen in 2016 n\u00e4mlich ein Haus bauen und ich muss den Kreditantrag f\u00fcr die Bank fertig machen und daf\u00fcr auch die Buchf\u00fchrung unseres Vereins. Aber ich h\u00e4tte das auch ignorieren und einfach ins Auto steigen k\u00f6nnen. Bleibt ja sowieso immer was liegen.<br \/>\nAber ich habe auch das Gef\u00fchl, dass ich der Elternteil bin, der am wenigsten stark das Bed\u00fcrfnis hat, zu den beiden zu fahren. Wenn es sonst keine*r tun w\u00fcrde: sofort! Aber ob jetzt Yuriko beide auf die Brust nimmt oder je sie und ich ein Baby \u2013 das wird Noa und Ta doch egal sein, oder? Ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe ich. Yuriko hat auch ein bisschen spitz reagiert, als ich gesagt habe \u201eSag den Babys, dass ich vielleicht Sonntag (=\u00fcbermorgen) komme\u201c. Da hat sie nur gesagt: \u201eVielleicht\u201c, und der Tonfall klang wie: \u201eSoso.\u201c Dabei kam das \u201eVielleicht\u201c daher, dass A-lex daf\u00fcr seine Klinikfahrt mit mir tauschen m\u00fcsste; ich w\u00e4re ja eigentlich erst wieder Montag dran.<\/p>\n<p>Ich kann mir auch wirklich noch nicht vorstellen, wie ich das mit der Liebe und Verbindung zu Kiko hinkriegen soll \u2013 das einfach aufteilen. Vielleicht bin ich der Elternteil, der am meisten Kiko verbunden bleiben wird? W\u00e4re ja auch ok. Jedenfalls ist es toll, dass die Zwillinge wieder so ein v\u00f6llig 100-%-iges Gemely-Projekt sind. Zwar habe ich die B\u00fcrokratie wieder alleine mit Yuriko machen m\u00fcssen, gemeinsames Sorgerecht und Vaterschaftsanerkennung bei einer sehr netten Dame im Jugendamt, aber das war es dann auch schon wieder mit Biovaterprivileg. \u00dcbrigens habe ich gefragt: Wir h\u00e4tten auch einen Zwilling von mir und den anderen von A-lex anerkennen lassen k\u00f6nnen. Die Vaterschaftsanerkennung hat gar nicht direkt mit der biologischen Vaterschaft zu tun, das h\u00e4tte die Frau im Amt schon gemacht. Aber dann w\u00e4re ja Emma nicht dabei gewesen und au\u00dferdem f\u00e4nde ich komisch, die Kinder unterschiedliche V\u00e4ter haben zu lassen. Vielleicht war das nicht 100 %-ig korrekt, aber Yuriko und ich haben den Termin beim Jugendamt nicht abgebrochen, um mit A-lex und Emma R\u00fccksprache zu halten. Jetzt bin ich offiziell Vater von drei Kindern.<\/p>\n<p>Da das dann auch reicht, habe ich schon einen Termin zur Sterilisation vereinbart, das ist in drei Wochen. Und passend dazu hat uns gestern eine sehr gute Freundin der Gemely, die vor Kikos Geburt auch schon mit uns zusammengewohnt hat, gefragt, ob wir ihr auch ein Kind zeugen w\u00fcrden.<br \/>\nSie w\u00fcnscht sich ein Kind, die biologische Uhr tickt, zu uns hat sie Vertrauen, Details wei\u00df sie noch nicht und w\u00fcrde sie gern mit uns entwickeln. Ganz bewusst fragt sie die ganze Gemely, weil es ja f\u00fcr uns alle Folgen haben k\u00f6nnte. Sie hat mich gebeten, meinen Sterilisationstermin zu verschieben.<\/p>\n<p>Meine erste Reaktion war Freude angesichts weiterer Vermehrung.<br \/>\nWar das ein rein biologischer Reflex? Oder f\u00fchlte ich mich dadurch pers\u00f6nlich oder als Mann oder als DNS geschmeichelt?<br \/>\nYuriko hatte eine differenziertere Reaktion: Wenn es um eine echte soziale Vaterschaft gehen w\u00fcrde: K\u00f6nnten ich oder A-lex das leisten, angesichts der Zwillinge und Kiko? Zumal unsere Freundin zur Zeit ein paar D\u00f6rfer weiter wohnt.<br \/>\nUnd als reine Samenspende: Wenn wir dem Kind sagen, wer ihr Papa ist, wird es sich nicht wundern, wenn ich oder A-lex f\u00fcr die Zwillinge und Kiko richtig pr\u00e4sent sind und f\u00fcr \u201edas vierte Kind\u201c nicht?<br \/>\nF\u00fcr mich denkbar w\u00e4re h\u00f6chstens, dass unsere Freundin auch Teil der Gemely wird und zu uns zieht. Wiederum ein \u201eaber\u201c: Wird die Gemely nicht eh hart gepr\u00fcft durch die Babys; sollten wir unser sch\u00f6nes Modell nicht ein bisschen schonen, ihm eine Chance zur Konsolidierung geben?<\/p>\n<p>Ich hab es ja oben und schon oft zuvor geschrieben: Bei allem Gl\u00fcck, das mir Kiko und jetzt auch die Babys bescheren, bin ich doch um jede Stunde froh, die ich allein verbringen darf. In Zukunft morgens zwei dreij\u00e4hrige Kinder abends ins Bett bringen und morgens kindergartenfein machen \u2013 plus einer dann sechsj\u00e4hrigen Kiko, die auch nicht einfach nur mitlaufen soll: das ist schon jenseits meiner Vorstellungskraft. Wenn ich in diesem Szenarium \u201eja\u201c zu noch einem dann vielleicht zweij\u00e4hrigen Kind sagen w\u00fcrde, dann nur, weil ich mir diese Zukunft eh schon nicht vorstellen kann. Eine fundierte Entscheidung w\u00e4re das nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noa und Ta sind jetzt \u201aP\u00e4ppelkinder\u2019 (Krankenhausjargon): Liegen nur noch in der Klinik, um aufgep\u00e4ppelt zu werden, haben also nicht mehr mit gro\u00dfen Problemen zu k\u00e4mpfen. Sind knapp bzw. weit \u00fcber 2 kg schwer und machen Trinkversuche mit Fl\u00e4schchen und Brust. 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